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TING-SCHULE Freie Demokratische Schule Berlin e.V.
TING bei Wikipedia: Als Ding (auch Thing, germanisch, altnordisch und neuisländisch: Þing, dän./norw./schwed.: Ting) wurden Volks- und Gerichtsversammlungen zum Zwecke der politischen Meinungsfindung und zur Rechtsprechung nach dem alten germanischen Recht bezeichnet.
Was bedeutet TING? TING ist eine historische Bezeichnung für Volks- und Gerichtsversammlungen, die  bereits früh in germanischen und skandinavischen Stammesgesellschaften abgehalten  wurden zum Zwecke der politischen Meinungsbildung und Rechtsprechung. Noch  heute findet der Begriff in einigen Sprachen Verwendung, so zum Beispiel bei  "Folketing" (dänisches Parlament) oder "Tinghus" (norwegisches Gerichtsgebäude).  Auf die TING-Schule übertragen bedeutet dies, dass die tragenden Säulen der  Schulgemeinschaft die wöchentliche Schulversammlung und das Justizkomitee bilden.  Gibt es Unterrichtskurse? Ja. Allerdings ist für das Zustandekommen eines Kurses die Eigeninitiative der Schüler  gefragt: Sie organisieren, dass die nötigen Ressourcen zur Verfügung stehen. Dazu  gehört die Reservierung eines Raumes ebenso wie die Absprache mit dem jeweiligen  Experten über Beginn und Dauer des Kurses. Eventuell muss auch zuvor in der  Schulversammlung die Finanzierung geklärt werden, wenn Materialien angeschafft  oder außerschulische Experten als Honorarkräfte angestellt werden sollen. Neben den  herkömmlichen Schulfächern gab es an der TING-Schule bislang z.B. auch Kurse für  Manga-Zeichnen, Kolorieren, Violine spielen, Mikroskopieren und Japanisch. Werden die Kinder bei Euch nicht weltfremd und fernab von gesellschaftlichen Erwartungen sozialisiert? Nein, im Gegenteil. Die TING-Schule ist ein Ort, an dem Kinder mit Normen und  Werten der Gesellschaft täglich in Kontakt treten. Ein zentraler Bestandteil des  Schulalltags sind die von der Schulversammlung verabschiedeten Schulregeln. Das  schuleigene Regelbuch enthält unter anderem einige Regeln zum Umgang  miteinander, die auch im Leben außerhalb der Schule von großer Bedeutung sind.  Schüler von demokratischen Schulen erfahren, dass die Freiheit des Einzelnen im  Zusammenleben mit anderen Menschen ihre Grenzen findet, und dass der Verstoß  gegen Regeln nicht ohne Konsequenzen bleibt. Die Schüler lernen weiterhin, dass sie für ihren Lernprozess verantwortlich sind.  Obwohl es immer jemanden gibt, den man um Hilfe fragen kann, müssen sie doch ihre  Ziele selbst definieren und ihren Weg eigenständig gehen. Schlüsselqualifikationen der heutigen Gesellschaft sind Kreativität und Soziale  Kompetenz („soft skills“ wie Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein für das  eigene Handeln und die Gemeinschaft). Dies kann nicht theoretisch vermittelt  werden. Die TING-Schule bietet daher von Anfang an ein konsequentes und  umfassendes Erfahrungsfeld im praktischen Alltag und bereitet so die Schüler auf ein  Leben in Selbstständigkeit vor. Brauchen Kinder nicht Struktur zur Orientierung? Verbindliche Stundenpläne für alle, Morgenkreise, Pausenzeiten und ähnliches wird  man an der TING-Schule vergeblich suchen. Bei genauerer Betrachtung wird man  jedoch feststellen, dass es sehr wohl eine Struktur gibt. Immer zur selben Zeit tagt das Justizkomitee, ebenso, wie immer am selben  Wochentag zur selben Uhrzeit die Schulversammlung stattfindet. Die demokratische  Organisation der Schule bringt also die Struktur mit sich – ebenso wie auch die Regeln  des Zusammenlebens. Die TING-Schule hat, wie die meisten demokratischen Schulen,  weitaus mehr Regeln als andere Schulen in freier Trägerschaft oder öffentliche  Schulen. Es ist klar und eindeutig festgelegt, wie Regeln eingeführt, abgeschafft oder  verändert werden können, oder wie mit Regelverstößen umgegangen wird. Die  demokratische Struktur ermöglicht, dass jedes Schulversammlungs-Mitglied seinen Tag  nach individuellen Vorlieben gestalten und gleichzeitig, unabhängig von Alter oder  körperlicher Kraft, zu seinem Recht kommen kann.  Daneben bildet die Begrenztheit aller Mittel und Ressourcen einen natürlichen  Rahmen, innerhalb dessen jede Aktivität vollzogen wird.  Ist das Justizkomitee mit dem Grundprinzip der „Bestrafung bei Regelverstoß“ ein adäquates Mittel, um für Gerechtigkeit im Schulalltag zu sorgen? Die vom Justizkomitee verhängten Konsequenzen sind ein Mittel zur Durchsetzung der  von der Schulversammlung beschlossenen Schulregeln. Sie beinhalten meist auch eine  Form der Wiedergutmachung für den Einzelnen oder die geschädigte Gemeinschaft.  Jedes Schulversammlungs-Mitglied hat die Möglichkeit, einen Antrag auf Änderung  oder Abschaffung einer Regel zu stellen und kann dafür sorgen, dass die Schulregeln  gerecht und sinnvoll sind. Das Justizkomitee ist ein wichtiges Instrument zum Schutz der Rechte jedes  einzelnen Schulversammlungs-Mitglieds. Es verhindert zum einen, dass schwächere  Personen sich ohnmächtig und ausgeliefert fühlen, zum anderen, dass stärkere  Personen ihre Kraft verwenden, um sich durchzusetzen. Die Schüler lernen auf diese  Weise, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Fairness für alle Beteiligten entsteht an der TING-Schule also durch Transparenz,  durch Partizipation und die ausführliche Besprechung der Problematik in Justizkomitee und/oder Schulversammlung.  Für wen ist diese Schule geeignet? Voraussetzung, um auf die TING-Schule zu gehen, ist, dass der Schüler an der Schule  sein möchte, und dass er in der Lage und Willens ist, die Verantwortung für sein  Handeln zu übernehmen und am Justizkomitee teilzunehmen.  Genauso wichtig ist aber auch, dass die Erziehungsberechtigten das selbstbestimmte  Lernen ihrer Kinder aus Überzeugung unterstützen und Vertrauen in das Potential  ihrer Kinder haben.

Fragen & Antworten

Aus den FAQs der Sudbury Valley School, der Fairhaven School und der Cedarwood Sudbury School (übersetzt von Martin Wilke): http://kraetzae.de/schul e/sudbury/einfuehrung/# ii
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